Einführung
Das vom Start-up entwickelte Tool ist für Tourismusdestinationen und Hotels konzipiert, die gemeinsam mit dem Unternehmen ihre eigenen Nachhaltigkeitsregeln festlegen.
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ UND ECHTZEIT-DATEN
IM JAHR DES ÜBERTOURISMUS IN DEN BERGEN
ENTSTEHT IN SÜDTIROL DER VIRTUELLE ASSISTENT,
DER NACHHALTIGES VERHALTEN FÖRDERT
Ziele und Funktionen
Das vom Start-up entwickelte Tool Touristinfo.AI kommuniziert in über 80 Sprachen mit Gästen und liefert gezielt Informationen, um überfüllte Hotspots zu vermeiden – aktuell etwa in San Vigilio Dolomites, mit Gesprächen zur Einführung in weiteren Destinationen noch vor den Olympischen Winterspielen.
Bozen, 12. August 2025 – Touristinfo.AI ist weit mehr als ein gewöhnlicher Chatbot. Es handelt sich um ein innovatives Tool für nachhaltiges Destinationsmanagement, das speziell für Reiseziele mit starken Besucherströmen entwickelt wurde. Der Chatbot unterstützt Tourismusorganisationen und Destinationen bei der Kommunikation mit den Gästen und agiert dabei als digitaler „Destination Manager\". Er kombiniert in Echtzeit Daten zu Wanderwegen, Sehenswürdigkeiten, Parkplätzen, Verkehr und Wetter, wendet zuvor gemeinsam mit den örtlichen Tourismusbetrieben festgelegte Nachhaltigkeitskriterien an und liefert den Besucherinnen und Besuchern über WhatsApp oder die digitalen Plattformen der teilnehmenden Destinationen die passende Antwort. So hilft die Anwendung, Besucherströme gleichmäßiger zu verteilen und Überfüllung zu vermeiden. Bereits im Einsatz in St. Vigil in Enneberg (Gadertal), Olang, Antholz und Eppan sowie in zahlreichen Hotels, hat Touristinfo.AI kürzlich auch eine Kooperation mit Dolomites Val Gardena (Gröden) zur Einführung des Dienstes geschlossen. Die Zusammenarbeit entsteht mitten in einem Sommer, in dem das Thema landesweit ganz oben auf der Agenda steht. Gröden reiht sich damit in eine wachsende Zahl interessierter Destinationen ein – darunter die Stadt Bozen –, mit einem klaren Fahrplan für eine schnelle Skalierung bis zu den Olympischen Winterspielen 2026.
Ursprünge und Vision
Touristinfo.AI wurde von Mediatize, einem im Südtiroler Innovationshub NOI Techpark angesiedelten Start-up, entwickelt. Die Gründer sind Julian Palmarin und Sebastian Betz. \"Unser Ziel\", erklärt der 27-jährige Julian Palmarin, \"ist es, Daten zu Sehenswürdigkeiten, Verkehr, Mobilität, Veranstaltungen und Wetter zu verknüpfen, um das bestmögliche Besuchererlebnis zu schaffen. Ein wesentlicher Effekt unserer Lösung ist die Steuerung von Besucherströmen, damit nicht immer dieselben Hotspots besucht werden. So können Gäste anhand aktueller Daten und Informationen ihre Wahl treffen.\"\n\nDer technologische Kopf hinter der Lösung ist der 33-jährige Sebastian Betz, deutscher Start-up-Gründer, der sich bereits an sein zweites unternehmerisches Abenteuer wagt. \"Unsere Lösungen sind multikanalfähig – über WhatsApp, Websites, soziale Medien, mehrsprachig und rund um die Uhr verfügbar. Sie integrieren lokale Datenquellen (Wanderwege, Veranstaltungen, Restaurants, Unterkünfte, Mobilität und weitere Informationen), um zuverlässige Antworten zu liefern, die dem individuellen Tone of Voice unserer Kunden entsprechen. Das Onboarding ist kinderleicht: QR-Code scannen und den Chat auf WhatsApp starten. Die Modelle sind mit zertifizierten, regionalen Inhalten trainiert und nutzen Live-Daten, um aktuelle Empfehlungen zu Wetter, Besucheraufkommen oder Verkehrslage zu geben\", erklärt Betz. Die gemeinsam mit den Destinationsmanagern der jeweiligen Orte konzipierte und entwickelte Lösung kann auch von Hotels übernommen werden. Diese können den Chatbot nutzen, um ihre eigenen Informationen und Services einzubinden – von Buchungen hauseigener Angebote bis hin zu künftigem Check-in und Check-out. Gleichzeitig haben ihre Gäste Zugriff auf den offiziellen Chatbot der Destination und damit auf alle lokalen Tipps und Echtzeitdaten. Konkret empfiehlt der Chatbot Routen mit Bus oder Shuttle, damit das Auto stehen bleiben kann, weist auf Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen zum Auffüllen der Trinkflaschen hin und schlägt – je nach erwarteten Spitzenzeiten – Alternativen zu überlaufenen Hotspots vor. Die Entwicklung des Projekts stützt sich nicht nur auf das Entwicklerteam von Touristinfo.AI, sondern auch auf den European Digital Innovation Hub (EIDH), einen Knotenpunkt des europäischen Netzwerks, der in enger Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen die Forschung und Umsetzung marktreifer, hoch wettbewerbsfähiger KI-Lösungen vorantreibt.
Der Fall Giggo in St. Vigil
Eine der Destinationen, die Touristinfo.AI besonders begeistert nutzt, ist San Vigilio Dolomites. Dort trägt der Chatbot den Namen \"Giggo\" – inspiriert vom Hahn, dem Symbol des Kronplatzes. Doch \"Giggo\" ist viel mehr als nur ein Maskottchen: Er ist ein virtueller Assistent auf Basis künstlicher Intelligenz. Rund um die Uhr über WhatsApp erreichbar, kann er in über 80 Sprachen interagieren und gibt Tipps zu Aktivitäten, tierfreundlichen Unterkünften und geeigneten Wander- und Fahrradrouten – auch bei schlechtem Wetter oder Überfüllung.\n\n\"Wir verfügen über eine sehr interessante Technologie, die das Destinationsmanagement in der Kommunikation mit den Gästen unterstützt\", sagt Carlo Runggaldier, Direktor der Tourismusgenossenschaft San Vigilio Dolomites. \"Heutzutage ist das Gebietsmanagement für Tourismusgenossenschaften von großer Bedeutung. Deshalb ist eine ausgezeichnete Kommunikation mit den Besucherinnen und Besuchern entscheidend: Bei Sperren oder voll belegten Parkplätzen informiert das System in Echtzeit und schlägt Alternativen vor; die aggregierten Anfragen liefern Einblicke in Auslastungsspitzen, um Dienstleistungen zu planen und den Druck auf besonders sensible Orte zu mindern. Außerdem können wir über den Service essenzielle Sicherheitsinformationen für ihren Aufenthalt übermitteln. Eine Neuerung mit revolutionärer Tragweite.\"\n\nUm die gemeinsamen Werte der Betreiber – darunter Nachhaltigkeit, Respekt gegenüber der lokalen Bevölkerung und Landschaftsschutz – zu vermitteln und eine kohärente und zuverlässige Kommunikation sicherzustellen, können die Inhalte und Antworten direkt vom Kunden definiert und aktualisiert werden.
Vernetzte Chatbots
Eine besondere Funktion der von Touristinfo.AI entwickelten Chatbots ist die Vernetzung: Dabei werden die Kenntnisse und Informationen aller Chatbots in den betreuten Tourismusregionen gebündelt, um Besucher:innen einen umfassenden Überblick über die in der Region verfügbaren Angebote und Services zu bieten. \"So können Besucher in St. Vigil beispielsweise Informationen zu anderen teilnehmenden Destinationen anfordern und erhalten verifizierte, verlässliche Antworten\", ergänzt Carlo Runggaldier.
